Dienstag, 4. Februar 2014

Einmal Feminismus, bitte

Über Feministinnen

Manche Feministinnen sind für die Quote
Manche Feministinnen sing gegen die Quote
Manche Feministinnen sehen Pornographie als ein Machtinstrument des Patriarchat
Manche Feministinnen sehen Pornographie als Empowerment und sexuelle Selbstbestimmung
Manche Feministinnen ist Pornographie ganz schön egal
Manche Feministinnen tragen gerne Make-up
Manche Feministinnen wollen lieber zeigen, dass es auch anders geht
Manche Feministinnen rasieren sich nicht, um gegen das moderne Schönheitsideal zu sein
Manche Feministinnen rasieren sich, weil sie sich so besser gefallen
Manche Feministinnen sind einfach zu faul zum Rasieren
Manche Feministinnen glauben getrennter Unterricht nach Geschlechtern hilft
Manche Feministinnen halten das für Schwachsinn
Manche Feministinnen wünschen sich eine Post-Gender-Welt
Manche Feministinnen tragen keine BHs
Manche Feministinnen tragen BHs
Manche Feministinnen sind geduldig
Manche Feministinnen "won't take your shit"
Manche Feministinnen haben genug
Manche Feministinnen erklären alles auch noch 10 mal

Manche Feministinnen mögen Alice Schwarzer
Viele Feministinnen mögen sie nicht.

Feminismus ist nicht eine Bewegung. Es gibt viel Streit im Feminismus, viele verschiedene Meinungen, viel Uneinigkeit. Es gibt schwarze Schafe und Menschen, die laut grollen. Es gibt Feministinnen und Feministen, die sich nicht gut ausdrücken können. Es gibt Unterschiede. Es gibt verschiedene Erfahrungen und unterschiedlichen Umgang mit diesen Erfahrungen.

Aber. Feminismus kämpft immer für die Gleichberechtigung der Geschlechter. "Feminismus" fragen dann viele, wieso dieses Wort, wenn es doch nicht nur um Frauen geht? Weil das weibliche Geschlecht in 90% der Fälle das strukturell benachteiligte ist. Weil die Ideen, die unsere Werte bestimmen, die bestimmen was es heißt Mann oder Frau oder Etwas anderes zu sein Ideen einer patriarchalischen Gesellschaft sind. Weil "Männer heulen nicht" ein Vorstellung aus dem Patriarchat ist. Weil "Mädchen" eine Beleidigung ist. Es ist eine Gegenbewegung. Darum Feminismus.

Dienstag, 19. Februar 2013

Was wurde eigentlich aus...

...fusseltier in den letzten Jahren?

Sagen wirs mal so: Es ist viel passiert - ohoho-ohoho. Davon hab ich gerade ein Ohrwurm. Darum sollt ihr auch ein Ohrwurm davon haben. Nein wirklich, das wird jetzt keine langatmige Erzählung meiner Erlebnisse der letzten drei Jahre. Hier nur ein paar Eckpunkte:
  • Sensibilisierung für -ismen Kram
  • Immernoch zeitweise empfindlich und zeitweise begabt
  • Praktikum, bin nun gut gerüstet für jedes Frauenzeitschriftsmagazin
  • Kamillentee, Drei Fragezeichen und weitere Vorlieben, alles beim Alten
Spannend, was? Ist auch nur eine Einleitung!

...Nerdpflege?

Vor 2 Jahren habe ich super motiviert ein Podcast-Projekt gestartet. Weit bin ich damit nie gekommen, vergessen habe ich es allerdings auch nicht. Tatsächlich existiert ein zweiter Teil, den hab ich irgendwann letztes Jahr gemacht. Und es soll einen dritten Teil geben, damit es eine epische Nerdpflege-Triologie wird und ihr alle von meinem Wissen profitieren könnt. Aber wenn Zeit vergeht, mag man seine eigenen Produkte ja bekanntlich immer weniger und betrachtet sie schlussendlich eher kritisch.

In einem Online-Seminar, das ich im Rahmen meines Praktikums absolviert habe, habe ich das Projekt vorgestellt und bin dabei über einige Dinge gestolpert, die mir mittlerweile gar nicht mehr gefallen. Etwas (nie beabsichtigte) Diskriminierung hier, etwas Sexismus da. Natürlich will ich Klischees nicht aussparen, natürlich will ich weiterhin sarkastisch sein und euch vorwerfen, dass ihr zum Teil 4chan lesende Trolle seid oder Zocker oder Gentoo installiert, einfach weil ihrs könnt und Freiheit yay! (und dann wieder zurück zu MacOS wechselt) und dass ihr zuweilen beim Coden/Zocken/Idon'tevenknowwhat alles um euch herum vergesst und das manchmal anstrengend und nervig sein kann. Und das es gleichzeitig einer der großartigsten Eigenschaften ist. Aber WIE ich das jetzt sagen will, da bin ich mir nicht mehr sicher.

Vielleicht ist es mir aber Morgen oder Übermorgen oder in drei Jahren auch wieder egal und Folge 2 und Folge 3 landen dann hier. Nerdpflege ist jedenfalls nicht vergessen. Be prepared. Anytime.

...Studium?

All meine großen Pläne "3 Jahre Bachelor" und dann "Nagut, 3 1/2 Jahre Bachelor" haben sich leider nicht erfüllt. Mein nächster großer Plan ist es nun endlich alles irgendwie auf die Reihe zu bekommen, etliche Hausarbeiten, die angefangen aber nicht abgegeben habe, endlich doch mal zu Ende zu bringen, das Beste zu hoffen und mit meinem schlechten Bachelor of Arts dann trotzdem "irgendwas mit Medien" zu machen, wie es 2009 in meinen Abibuch stand.


So long.
fuuuuu*fusseltier

*Steht für "fucking uuuuuuuuuunschuldig".

Freitag, 17. Februar 2012

Warum ich eigentlich nicht emotional bloggen kann

Oder: Warum ich nicht ohne Angst emotional bloggen kann. Präziser: Warum ich nicht mehr ohne Angst emotional bloggen kann.

Es ist ein schleichender Prozess, er bahnt sich so an. Ich schreibe etwas, etwas was mich bewegt, etwas, das denm aufmerksamen Leser das Gefühl gibt mir ein bisschen näher zu sein. Ein bisschen näher an meiner Gefühlswelt, ein bisschen näher an meinen Gedanken, meinen Wesen, meiner Art. Ich veröffentliche es. Hier. Früher, irgendwann als die Emotionen noch reiner und undurchsichtiger, kindischer und viel, viel heftiger waren, auf Livejournal. Und irgendwann hörte und höre ich auf damit alles zu schreiben, die Sachen zu schreiben, die mir wirklich wichtig sind, die Emotionen und Themen zu nennen, die mich tatsächlich bewegen.

Weil die Leserschaft plötzlich zu persönlich ist. Es sind womöglich Freunde oder einfach nur einzelne Menschen von denen ich weiß, dass sie mitlesen. Menschen von denen ich Anerkennung möchte, von denen ich mir wünsche gemocht, in einer arroganten Weise bewundert zuwerden. Ich weiß, diese Menschen lesen meine Sachen und ich komme nicht von dem Irrglaube weg sie würden mach danach bewerten. Der Irrglaube sie würden mich belächeln, weil wie ich mich gebe und das was ich schreibe sich widerspricht. Manchmal. Zu oft. Weil ich versuche Gedanken in Texten zu sortieren, was mir während dem Leben schwer fällt. Ich brauche ruhige Momente, manchmal schüttele ich danach den Kopf, oft schäme ich mich für das Gesagte oder Geschriebene. Ich lösche es nicht. Ich komme mir verlogen vor, wenn ich Einträge wieder lösche. Nur ganz wenige Dinge verschwinden ganz heimlich. Dann hoffe ich, dass es niemand bemerkt. Meistens bemerkt es niemand.

Mir wurde letztens gesagt, dass man das Gefühl hätte mich überhaupt nicht zu kennen, oder zumindest nicht wieder zu erkennen, mich immer anders wahrgenommen zu haben. Von einer Person die mir Nahe steht, die mich ewig kennt. Ich habe in dem voran gegangen Gespräch Dinge gesagt über Perfektionismus, über Panik, über meine Konfliktangst und meine daraus resultierenden meist schlechten Vermeidungsstrategien. Mir wurde gesagt, ich hätte nie so gewirkt wie jemand, der von anderen abhängig ist, dass man immer geglaubt hätte ich ziehe mein Ding durch, ohne Rücksicht darauf was andere über mich denken. Das stimmt nicht, oder zumindest stimmt es nur in einem gewissen Rahmen. Aber ich habe gemerkt wie sehr es mich verletzt hat, dass ich das Bild nicht erfüllen konnte. Das Bild, das jemand sich von mir aufgebaut hat, bei dem ich mitgeholfen habe es zu formen, ohne dass ich je davon wusste. Jeder hat dieses Bild, irgendein Bild, von mir. Und Menschen, die mir wichtig sind, können hier dann emotionalen Kram lesen, der dieses Bild verändern kann. Oder zerstören.

Und ich weiß wie herablassend es ist davor Angst zu haben, wie abwertend und wie geringschätzig gegenüber diesen Menschen, die mir wichtig sind, von denen ich so viel halte. Mit meiner Angst unterstelle ich ihnen mich weniger zu mögen oder abgeschreckt zu sein je mehr ich von mir Preis gebe, je komplexer, verworrener, widersprüchlicher meine Gefühlswelt wird. Ich unterstelle ihnen auch, dass es sie interessiert. Das ist albern und arrogant.

Albern und arrogant, aber schwer abzustellen. Und deshalb veröffentliche ich auch diesen emotionalen Kram mit einer Mischung aus Angst, Scham und der Überzeugung von der Inhaltsleere und Sinnlosigkeit dieses Eintrags.

Mittwoch, 16. Februar 2011

Fussel spricht! - Der neue Podcast

Podcast. Ich wollte schon immer mal einen machen aber irgendwie kam ich nie dazu und eigentlich hab ich auch keine Erfahrung wie. Nach einem netten Gespräch mit einer sehr lieben Dame Gestern kam die Idee dann aber wieder frisch auf den Tisch und weil ich derzeit ohnehin nicht viel anderes zu tun habe hier mein erster Podcast aus der neuen Reihe Fussel spricht!.

Die Qualität ist furchtbar, ich hab kein Mikro, es rauscht, Ich hab sogar Schnitte drin! (hoho, ich bin so stolz auf mich das geschafft zu haben) und dieser unglaubliche Pianosound am Anfang ist tatsächlich von mir komponiert. Genial! Wuah!

So, nun aber... ein Podcast, den man nicht ganz so ernst nehmen darf.

Fussel spricht! - Nerdpflege Teil 1.


Dienstag, 19. Oktober 2010

With Pants Down

Der Titel dieses Blogs ist eine Lüge. Die größte Lüge, die jeder Mensch jeden Tag begeht. Gegenüber sich selbst, gegenüber Fremden.

Ich hab es in meinem Post "Spiegelwelt" über die Authentizität von Figuren angedeutet. Ich habe damals schon gesagt, dass niemand, wirklich niemand, authentische Figuren lesen möchte. Weil wir jeden Tag darum bemüht sind für die Außenwelt und für uns selbst ungemein "perfekt" zu sein. Perfekt aussehen, perfekt benehmen, perfekt lächeln.
Einfach glücklich sein, obwohl man heulen könnte. Es ist verpönt seine Gefühle zu zeigen in der Öffentlichkeit - im kleinen Kreis ist es bis zu einem gewissen Maße noch tragbar, aber bitte nicht zu viel. Es ist anstrengend für sich selbst und für die Umwelt. Es ist nervig. Wir möchten es nicht, wir möchten nicht ehrlich sein, weil es andere verschrecken würde.

Ich würde jedenfalls andere verschrecken. Glaube ich, vielleicht auch nicht. Wenn ich mich mal öffne, dann laufen Tränen in Strömen und ich werde in den Arm genommen. Meistens tue ich das nicht, habe ich es doch getan, schäme ich mich anschliessend dafür. Das ist ist sicherlich nicht richtig. Ich bin nicht die geeignete Person Selbstliebe zu propagieren, dafür besitze ich zu wenig davon.

Aber es ist nur ein Appell aufmerksamer zu sein. Nur eine Bitte den Arm um einen traurigen Freund zu legen. Vielleicht etwas Nähe zu spenden, die Hoffnung anderen vermitteln zu können, dass es okay ist Schwäche zu zeigen, dass wir alle Fehler haben, dass es uns auch gestattet sein muss einfach mal ätzend und nervig und jammerig zu sein.
Dass "emo(tional)" nicht immer ein Schimpfwort sein muss, es aber manchmal Spaß macht sich darüber lustig zu machen, gerade weil man den Eindruck gewinnt in dieser Szene werden schlechte Gefühle nicht mit Absicht auf Verbesserung ausgedrückt.

Ich werde die Welt, die Gesellschaft, die Grundeinstellung wir müssen perfekt oder wenigstens den anderen genügend sein, nicht ändern können, ich werde meine Gefühle und mein Selbstbewusstsein und meinen eignen Hang zur "Perfektion" nur mit Schwierigkeiten irgendwann vielleicht überwinden können, aber sollte irgendjemand über diesen Blog stolpern, dann soll ihm gesagt sein: Es ist in Ordnung nicht perfekt zu sein. Es ist nicht nur in Ordnung, es ist das normalste der Welt. Niemand ist perfekt, egal wie schön er seine Hülle poliert hat, wie gut sein Image hält. Einfach mal geliebte Personen anlächeln, Ihnen sich öffnen, anbieten, dass sie sich öffnen können.

Einfach mal man selbst sein. Das hilft manchmal schon.

Und ansonsten kämpfen wir weiter auf dem unerbittlichen Weg in Richtung Ziellinie, Anerkennung und Selbstzufriedenheit.

Siehe auch: The disease called "Perfection". Vielen lieben Dank hierbei an Betti, die mir diesen Artikel gezeigt hat.